
Warum ich heute male
Manchmal fragen mich Menschen, warum ich male.
Die einfache Antwort wäre: Weil ich schon immer gemalt habe.
Doch die wahre Antwort reicht viel tiefer.
Schon als Kind habe ich gezeichnet und gemalt. Während andere spielten, entstanden in meinem Kopf Welten, Geschichten und Bilder. Die Kunst war immer da. Sie war nie etwas, das ich lernen musste. Sie gehörte einfach zu mir.
Trotzdem führte mich mein Weg zunächst in eine andere Richtung. Viele Jahre arbeitete ich als Coach und begleitete Menschen dabei, sich selbst besser zu verstehen, alte Muster zu erkennen und ihren eigenen Weg zu finden. Diese Arbeit war wertvoll und sinnvoll. Doch während all dieser Jahre blieb die Kunst ein stiller Begleiter.
Heute sitze ich oft vor unserem Unimog.
Vor mir ein See, ein Wald oder ein weiter Blick über die Berge. Ich beobachte Tiere. Ich lausche dem Wind. Ich lehne mich an Bäume und nehme wahr, was sie in mir berühren. Während viele Menschen in der Natur vor allem eine schöne Landschaft sehen, empfinde ich sie als lebendigen Raum voller Weisheit.
Je mehr Zeit ich draußen verbringe, desto stärker spüre ich etwas, das ich nur schwer in Worte fassen kann.
Es ist eine Erinnerung.
Eine Erinnerung daran, dass wir Menschen ursprünglich Teil der Natur waren. Dass wir eine natürliche Urkraft in uns tragen. Dass wir fühlen, wahrnehmen und intuitiv wissen können.
In unserer modernen Welt haben viele von uns den Kontakt dazu verloren. Wir sind ständig beschäftigt. Wir denken viel und spüren wenig. Wir funktionieren, anstatt zu leben.
Doch überall begegnen mir Zeichen, die mich daran erinnern.
Ein Hirsch am Waldrand.
Ein Rabe, der mich über Kilometer begleitet.
Eine Eule, die lautlos durch die Dämmerung gleitet.
Ein alter Baum, der seit Jahrhunderten an seinem Platz steht.
Für mich sind das keine Zufälle.
Sie erinnern mich daran, langsamer zu werden, zuzuhören und wieder in Verbindung zu kommen.
Vielleicht war es genau deshalb, dass ich vor einigen Jahren eine innere Entscheidung getroffen habe.
Ich habe mir versprochen, dass ich am Ende meines Berufslebens nicht sagen möchte:
„Ich hätte gerne mehr gemalt.“
Ich möchte nicht nur Coach gewesen sein.
Ich möchte Künstlerin sein.
Nicht irgendwann.
Jetzt.
Deshalb male ich.
Meine Bilder entstehen nicht am Schreibtisch. Sie entstehen aus Begegnungen, Reisen, Tierbeobachtungen, Gesprächen, Symbolen und Erfahrungen. Oft entsteht zuerst eine Erkenntnis, ein Gefühl oder eine Begegnung in der Natur. Erst danach kommt das Bild.
Jedes Bild ist für mich eine Einladung.
Eine Einladung, sich an etwas zu erinnern, das bereits in uns vorhanden ist.
An unsere Verbindung zur Natur.
An unsere innere Weisheit.
An unsere natürliche Urkraft.
Vielleicht ist das der eigentliche Grund, warum ich heute male.
Nicht um Wände zu schmücken.
Sondern um sichtbar zu machen, was viele Menschen tief in ihrem Inneren bereits kennen, aber vielleicht vergessen haben.
Atelierpost
Ein Blick hinter die Bilder.
Neue Werke, Gedanken und Einblicke aus dem Atelier.
Kein Spam. Nur das, was dich wirklich berührt.